Tauchen in der Ostsee

Die Ostsee war über Jahrzehnte das Naherholungsgebiet für die DDR-Bürger. Das Binnenmeer verfügt über einen niedrigeren Salz- und Sauerstoffgehalt als die Nordsee. Die Ostsee hat von der Fläche her ein Volumen von ca. 20.000 km³ und an ihren Ufern leben in den Anrainerstaaten rund 80 Millionen Menschen. Auch wenn die Ostsee nicht gerade das beste Badewetter bietet, zum Tauchen ist die Ostsee ideal und ein Erlebnis. Das heißt, um schwerelos durchs Meer zu gleiten und die Flora und Fauna zu erkunden, dafür muss man nicht unbedingt einen Urlaub in der Karibik buchen. Denn auch das Tauchen in der Ostsee bietet durchaus seinen Reiz, egal ob als Anfänger oder als Profi. In den Ostseeorten in Deutschland und den Anrainerstaaten gibt es zahlreiche Tauchbasen, die die begeisterten Taucher und auch die Anfänger gut beraten und ihnen die schönsten Tauchgründe verraten.

Foto: Thommy Weiss  / pixelio.de
Foto: Thommy Weiss / pixelio.de


Wracktauchen

Da die Ostsee ein schon raues Gewässer ist, gibt es hier auch viele Schiffe, die einst gesunken sind. Für Taucher sind diese Wracks natürlich ein Paradies. Und so zahlreich wie die Wracks der Ostsee auch sind, so zahlreich sind auch die Mythen, die sich darum wanken. Vor der Ostseeküste findet man zum Betauchen neben Kuttern und Frachtern auch Fähren und Marineboote sowie Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg. Einige der Wracks liegen in einer Tiefe von weniger als 9 m, wie der Marineschlepper vor Warnemünde. Dieses Wrack zu betauchen ist besonders imposant, weil das Wrack aus dem 2. Weltkrieg noch in einem recht guten Zustand ist und vom Tageslicht beleuchtet wird. Dieses Wrack zu betauchen wird im Übrigen als „leicht“ eingestuft. Das Wrack der Jan Heweliusz vor Rügen hat da schon einen höheren Schwierigkeitsgrad. Das Wrack liegt in einer Tiefe von 25 m und es wird empfohlen dieses im Rahmen von zwei Tauchgängen zu entdecken. Dieses Wrack ist im Vergleich zu dem Marineschlepper in einem recht schlechten Zustand – daher Vorsicht beim Tauchen. Um zu diesen Hotspots des Tauchens in der Ostsee zu gelangen benötigt man allerdings ein Boot. Von den Tauchbasen an Land aus werden entsprechende Fahrten angeboten. Viele Wracks wurden auch nicht mal entdeckt. Es wird zum Beispiel vermutet, dass allein vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ca. 2.000 Wracks liegen könnten, um die herum sicherlich auch schon Biotope entstanden sind, die Fischen und anderen Meereslebewesen Schutz und Nahrung bieten. Allerdings sollte man sich in der rauen Ostsee nicht allein auf die Suche nach einem neuen Wrack machen, das vielleicht bisher noch nicht entdeckt bzw. für die Tauchtouristen zugänglich gemacht wurde. Auch zu den zugänglich gemachten Wracks ist es aber in der Ostsee für die Taucher eine wahrhaft mysteriöse Reise in die Vergangenheit. Die meisten Wracks sind aber nur mit Erfahrung betauchbar.