Seychellen – ein Paradies im Indischen Ozean am Scheidepunkt

Heute machen rund 150.000 Menschen im Jahr Ferien auf den Seychellen. Vom Massentourismus ist man damit auf dem Archipel noch weit entfernt. Dennoch gibt es inzwischen große Probleme mit der Versorgung von Nahrung und Trinkwasser, da die Zahl der Touristen in den letzten Jahren doch gestiegen ist. Der Grund dafür ist, dass das Trinkwasser nicht aus Quellen auf den einzelnen Inseln gewonnen werden kann. Es muss vielmehr von Insel zu Insel transportiert werden. Ein Problem gibt es auch mit dem Abwasser, das natürlich nicht direkt ins Meer geleitet werden soll. Trotz dieser offenkundigen Probleme sind die Seychellen für die meisten ein wahres Paradies mitten im Indischen Ozean, unweit der Ostküste Afrikas.

Foto: Ibefisch  / pixelio.de
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Tourismus ist Haupteinnahmequelle

Die größte Insel des Archipels, Mahé, ist auch gleichzeitig die wichtigste Insel. Hier befinden sich Regierungssitz, Märkte, der Seehafen für den Export und der internationale Flughafen. Bedingt durch Einwirkungen wie den 11. September 2001 oder auch Seebeben und andere Dinge, haben dafür gesorgt, dass die Haupteinnahmequelle des Landes – der Tourismus – der Regierung zunehmend Kopfzerbrechen bereitet. Denn rund 25 Prozent der Einnahmen – was nach Meinung der Weltbank viel zu viel ist und eine Monowirtschaft darstellt – stammen aus dem Tourismus. Dieser sorgte in den 1970er Jahren für ein schnelles Wirtschaftswachstum und brachte vielen Reichtum und Wohlstand.

Sanfter Tourismus sollte erhalten bleiben

Doch die Seychellen befinden sich aktuell allerdings an einem Scheideweg: Sollen Sie mehr Hotels bauen, damit noch mehr Geld ins Land fließt oder weiterhin den sanften Tourismus betreiben? Wenn noch mehr Hotels auf den Inseln gebaut werden, entsteht nur noch ein größeres Problem mit der Versorgung von Trinkwasser. Denn über natürliche Quellen verfügen die Inseln des Archipels nicht. Ebenso kann das Abwasser zum Problem werden. Die Seychellen haben eine sehr empfindliches Ökosystem. Wenn dieses gestört wird, kann es zum Aussterben ein einen epidemen Tierarten auf dem Archipel kommen. Während tatsächlich immer mehr Touristen die Resorts besuchen wollen, hat sich die Regierung allerdings wohl gegen den weiteren Ausbau entschieden. Man will nicht, dass auf den Seychellen Massentourismus herrscht. Das bedeutet: Sonne, Meer und die herrlich einsamen Strände bleiben nur wenigen vorbehalten.